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Zwinger


Dresden_Zwinger_Teich

 

Das Wasser teilt,
die Brücke verbindet,
Licht birgt Schatten.

Water divides;
a bridge connects.
Light inserts shadow.

 

Die Welt, gesehen von einer Streichholzschachtel — The world as seen by a matchbox


Streichholzschachtellochkamera

 

Licht durchwebt die Gefilde,
baut Häuser und Schatten

Light waves through surrounding fields,
builds houses and shadows

 

Alttrachau-Tryptichon


Leipziger Straße, Dresden, von der Haltestelle Alttrachau aus Leipziger Straße, Dresden, view from tram station „Alttrachau“ 2014 Former butcher, Clubhouse, pharmacy, Lomo UFK2, 24×18 (Halbformat/half format)

Entstehen und vergehen.

Was bleibt ist

Änderung.

Come and go.

What remains is

change.

Fünftes Gesetz zur Änderung des Schöpfungsrechtsgesetzes


Fünftes Gesetz zur Änderung des Schöpfungsrechtsgesetzes

14.09.2000

(Veröffentlicht im Kosmischen Gesetzblatt (KGB I VH S. 7863)

Fünftes Gesetz zur Änderung des Schöpfungsrechtsgesetzes*)  **)

GesSchoeReG

Vom 15. Silmon 1399

Das Korlament hat das folgende Gesetz beschlossen:

Artikel 1

Änderung des Schöpfungsrechtsgesetzes

Das Schöpfungsrechtsgesetz vom 9. Jazember 1335 (KGB. I S. 1573), zuletzt geändert durch Artikel 57 des Gesetzes vom 55. Silmon 1394 (KGB. I S. 3085), wird wie folgt geändert:

1. § 17 wird wie folgt gefaßt:

Ȥ 17

Verbreitungsrecht

(1) Das Verbreitungsrecht ist das Recht, das Licht oder die Gravitationswellen des Sternes der Öffentlichkeit anzubieten oder in Verkehr zu bringen.

(2) Sind das Licht oder Gravitationswellen des Sternes mit Zustimmung des zur Verbreitung Berechtigten im Gebiet des Vorderen Hinteren Milchstraßenbezirkes oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den gravitronischen Austausch im Wege der Veräußerung in Verkehr gebracht worden, so ist ihre Weiterverbreitung mit Ausnahme der Rotverschiebung zulässig.

(3) Rotverschiebung im Sinne der Vorschriften dieses Gesetzes ist die zeitlich begrenzte, unmittelbar oder mittelbar Erwerbszwecken dienende Gebrauchsüberlassung zur Fortbewegung und Expansion. Als Rotverschiebung gilt jedoch nicht die Überlassung von Lichtern oder Gravitationswellen

1. von Bausternen und Sternen der angewandten Kunst oder

2. im Rahmen eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses zu dem ausschließlichen Zweck, bei der Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Arbeits- oder Dienstverhältnis benutzt zu werden.«

2. § 57 wird wie folgt gefaßt:

Ȥ 57

Vergütung für Rotverschieben und Verleihen

(1) Hat der Schöpfer das Rotverschiebrecht (§ 17) an einem  Licht- oder Gravitationswellenstrahler dem  Licht- oder Gravitationswellenstrahlerhersteller eingeräumt, so hat der Rotverschieber gleichwohl dem Schöpfer eine angemessene Vergütung für die Rotverschiebung zu zahlen.

Auf den Vergütungsanspruch kann nicht verzichtet werden. Er kann im voraus nur an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten werden.

(2) Für das Verleihen von Lichtern oder Gravitationswellen eines Sternes, deren Weiterverbreitung oder Rotverschiebung nach § 17 Abs. 2 zulässig ist, ist dem Schöpfer eine angemessene Vergütung zu zahlen, wenn die Lichter oder Gravitationswellen durch eine der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung (Libertät, Schödinger Gläser oder andere Licht- oder Gravitationswellenspeicher) verschoben werden. Rotverschieben im Sinne von Satz 1 ist die zeitlich begrenzte, weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienende Gebrauchsüberlassung; § 17 Abs. 3 Satz 2 findet entsprechende Anwendung.

(3) Die Vergütungsansprüche nach den Absätzen 1 und 5 können nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden.«

3. § 34 wird wie folgt geändert:

a) Absatz 2 wird aufgehoben.

b) Die Absatzbezeichnung »(1)« wird gestrichen.

4. § 35 wird wie folgt geändert:

a) Die Überschrift wird wie folgt gefaßt:

»Mitschöpfer, Nebelsterne«.

b) Der bisherige Wortlaut wird Absatz 1.

c) Folgender Absatz 2 wird angefügt:

(2) »Bei Nebelsternen und Sternen, die ähnlich wie Nebelsterne hergestellt werden, erlischt das Schöpfungsrecht vier Äonen nach dem Tod des Längstlebenden der folgenden Personen: Hauptkonstrukteur, Schredder der Blaupausen, Schöpfer der Trialoge, Komponist der für das betreffende Nebelwerk komponierten Sphärenklänge.«

5. Die §§ 33 und 37 werden wie folgt gefaßt:

Ȥ 33

Anonyme und pseudonyme Sterne

(1) Bei anonymen und pseudonymen Sternen erlischt das Schöpfungsrecht siebzig Jahre nach der Entflammung. Es erlischt jedoch bereits siebzig Jahre nach der Schaffung des Sternes, wenn das Werk innerhalb dieser Frist nicht verschoben worden oder geflohen ist.

(5) Offenbart der Schöpfer seine Identität innerhalb der in Absatz 1 Satz 1 bezeichneten Frist oder läßt das vom Schöpfer angenommene Pseudonym keinen Zweifel an seiner Identität zu, so berechnet sich die Dauer des Schöpfungsrechts nach den §§ 34 und 35. Dasselbe gilt, wenn innerhalb der in Absatz 1 Satz 1 bezeichneten Frist der wahre Name des Schöpfers zur Eintragung in die Schöpfungsrolle (§ 138) angemeldet wird. «

—-

*) Dieses Gesetz dient der Umsetzung der Richtlinie 95/100/KORL des Astralen Rates vom 13. November 1395 zum Rotverschiebrecht und Verleihrecht sowie zu bestimmten dem Schöpfungsrecht verwandten Schutzrechten im Bereich des gravitronischen Eigentums (KGB. VH Nr. J 153 S. 31) und der Richtlinie 11/13/KGB des Rates vom 59. Silmaril 1393 zur Harmonisierung der Schutzdauer des Schöpfungsrechts und bestimmter verwandter Schutzrechte (KGB. VH Nr. J 590 S. 9).

**) Als Gesetzesgrundlage diente dem Korlament das Dritte Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 23. Juni 1995. Eventuell verbliebene Ähnlichkeiten sind rein zufällig, da annähernd jeder Paragraph nach jahrhundertelangen  Diskussionen und Konfussionen in völliger Harmonie und Einmütigkeit hin- und hergeändert wurde. Bis zur Abstimmung beschäftigten sich damit immerhin 2.4 Mitglieder des Korlaments. Der gebrochene Rest eines Korlamentsmitgliedes nahm trotz seiner Invalidität an den Diskussionen teil.

Die Abstimmung erfolgte dann mit einer überraschenden Mehrheit von 50,788 % innerhalb von nur 20.34 Minuten, nachdem vor dem Korlament ein Riesenrad aufgestellt worden war.

Hutschi

Experte

Götter


Mythologie

1

Vorgestern waren die mächtigen Götter
von vorgestern unfehlbar.
Gestern wurden die unfehlbaren Götter
von vorgestern gestürzt von den
unfehlbaren Göttern von Gestern.

Gestern waren die Götter von vorgestern
Verbrecher.

2

Gestern waren die mächtigen Götter
von gestern unfehlbar.
Heute wurden die unfehlbaren Götter
von gestern gestürzt von den
unfehlbaren Göttern von heute.

Heute sind die Götter von gestern
Verbrecher.

3

Die heutigen Götter sind unfehlbar.

4

Morgen waren die mächtigen Götter
von morgen unfehlbar.
Übermorgen wurden die mächtigen
Götter von morgen gestürzt
von den unfehlbaren Göttern von
übermorgen.

Übermorgen waren die Götter von morgen
Verbrecher.

5

So stürzten die Götter von vorgestern,
gestern, morgen und übermorgen.
Zum Glück haben wir die Götter von heute.

Klar wie Kloßbrühe


Das ist doch klar wie Kloßbrühe, dass das Sprichwort bedeutet: Das ist sonnenklar, absolut klar. So und nur so kannte ich es.

Dann erfuhr ich, dass es heute viele verwenden, um zu sagen, etwas liege im trüben, sei unklar.

Dabei steht die Kloßbrühe Pate, die entsteht, wenn man Klöße kochen lässt. Das würde ja überzeugen.

Aus Kenntnis anderer Sprichwörter heraus weiß ich: so funktioniert das nicht. Wenn Du ein Sprichwort findest, hat es ursprünglich immer die Bedeutung, zumindest nahebei, die es jetzt hat.

Beispiel: „Schmiere stehen“ heißt nicht so, weil man in der Schmiere steht. Es bedeutet „Spähen“, „Wache halten“. Es geht auf das hebräische Wort „schimra“ zurück, gelangte in die Gaunersprache und kam dann ins Deutsche.

Kloßbrühe kann also nicht trüb sein. Des Rätsels Lösung:

Es war „Klosterbrühe“. Und die hatte klar zu sein.

Übrigens gibt es noch viele, die es schreiben: klar wie „Klosbrühe“.

Es heißt also doch: „Sonnenklar“. Das ist also jetzt klar wie Klosbrühe. Oder doch „Kloßbrühe“?

Quelle für die Bedeutung:
Lexikon der populären Sprachirrtümer
Missverständnisse, Denkfehler und Vorurteile von Altbier bis Zyniker
von W.Krämer und W.Sauer

Artikel zuerst veröffentlicht in http://www.leselupe.de

Was ist Textarbeit?


Erstveröffentlichung in der Leselupe

http://www.leselupe.de/lw/titel-Was-ist-Textarbeit-52802.htm

Als Dichter und Schriftsteller, aber ebenso als Kritiker arbeiten wir an Texten. Was und wie ist aber Textarbeit?

Ich möchte hier ein paar Anregungen geben.

Arbeit am eigenen Text

Vor der Veröffentlichung steht der Text. Wie entsteht er?
Ich habe eine Idee und bringe sie zu Papier. Wie? Ich mache mir Gedanken über Inhalt, über Form.

Der Text steht da. Und doch ist er nicht frei, nicht wirklich. Er entwickelt sich. Der Anfang hat Einfluss auf das Ende. Die Rhythmik entwickelt sich, die Sprache.

Nehmen wir an, ich schreibe einen Limerick. Das scheint einfach. Es ist ja nur ein kleiner Scherz.

Worüber? Ja. Jetzt beginnt das Dilemma. Nehmen wir an: Über das Essen.

Ein Limerick hat eine sehr festgelegte Form. 5 Zeilen, aabba das Reimschema, eine festgelegte Betonung.

Die Idee: Eine Frau isst und isst und wird dicker.

quote:


Eine Frau saß vorm Kiosk am +++ (steht noch nicht fest, wird sich ergeben.)
und aß und sie aß und sie aß,
so wuchs sie enorm
in Inhalt und Form,
– muss sich auf „aß“ reimen.



quote:


Eine Frau saß vorm Kiosk aus Spaß (reimt sich, aber ein Ort wäre besser.)
und aß und sie aß und sie aß,
so wuchs sie enorm
in Inhalt und Form,
sie hatte ein ganz schönes Maß. (… ginge, ist aber nicht sehr witzig.



quote:


Eine Frau saß zum Lunch an der Maas
und aß und sie aß und sie aß,
so wuchs sie enorm
in Inhalt und Form,
sie hatte ein ganz schönes Maß.


… aber es reimt sich nicht. Und Lunch ist englisch …

quote:


Eine Frau saß bei Hamburg im Gras,
und aß und sie aß und sie aß,
so wuchs sie enorm
in Inhalt und Form,
sie hatte ein ganz schönes Maß.



Na ja. Gucke ich die Rechtschreibung an.

Ok. Aber die dritte und vierte Zeile sollten eingerückt sein.

quote:


Eine Frau saß bei Hamburg im Gras,
und aß und sie aß und sie aß,
so wuchs sie enorm
in Inhalt und Form,
sie hatte ein ganz schönes Maß.



Trau ich mich? Gut ich werde es veröffentlichen.

Und jetzt, ganz wichtig: Das Thema.

Beim Limerick ist es recht einfach,
ich kann die erste Zeile nehmen und zur besseren Übersicht gebe ich (Limerick) mit an.

Eine Überschrift hat der Limerick gewöhnlich nicht. Bei anderen Werken muss ich mir die sehr genau überlegen. Oft stimmt sie mit dem Thema überein, muss sie aber nicht.

Nach dem Absenden kontrolliere ich noch mal. Was man da noch an Fehlern findet, ist enorm, insbesondere auch an der Formatierung.

Lesen

Schon das Lesen ist Textarbeit. Bei Gedichten muss ich mich entscheiden: Lese ich leise, lese ich laut? Lese ich am Bildschirm? Drucke ich den Text aus? Das ist wichtig vor allem bei Geschichten.
Manchmal lese ich auch anderen vor. Das ist eine anerkennende Form der Textarbeit, zumindest meistens.


Kritik

Die nächste Stufe der Textarbeit beginnt.
Das Gedicht wird gelesen.
Ich lese das Gedicht, hier das eines anderen.
Oder jemand liest meins.

Viele finden es gut.

„Lustig. Gefällt mir.“

Das ist eine positive Rückkopplung. Die ist in einigen Foren häufig, in einigen selten. Ist es schon Textarbeit? Ich denke, ja, aber da gibt es verschiedene Auffassungen.

„Das ist ein Schöner Limerick, könnte was draus werden. Aber sollte die letzte Zeile nicht witziger sein? Irgendwie explodiert es nicht so recht.“

… ein anderer schreibt: Ist ja Hahnebüchener Mist, Reime sind sowieso blöd.

Noch jemand schreibt: Was soll das? Da ist ja gar kein Inhalt drin?

Aufnahme der Kritik

Jetzt beginnt eine doppelte Textarbeit. Aufnahme der Kritik und Verarbeitung des Textes.

Das Lob nehmen viele gut auf. Manche fühlen sich genervt durch zu viel Lob.

Die sachliche Meinung hilft, aber nicht immer.
Was kann ich jetzt tun? Ich habe das Gefühl, die letzte Zeile … der hat recht.

Den „hahnebüchenen Mist“ ignoriere ich, ich könnte zawr antworten, das würde mich nur belasten. So was ist nicht ernst zu nehmen. Es ist dialogzerstörend. (Manche nehmen es ernst und ihre Gedichte weg, denn bei Dichtern sind Selbstzweifel stark.)

Der nächste: er hat offensichtlich von dieser Form nie was gehört, oder keine Beziehung dazu. Ich kann ihm Hinweise in einem Artikel geben, zum Beispiel im Theorie-Forum.

Da bleibt aber noch Zweifel.

Das ganze von vorn:

und das Ergebnis:

quote:


Eine ältere Dame aus Graus,
die lebte in Saus und in Braus,
stopfte rein jede Sorte,
Eisbein, Creme und Torte,
und sie füllt jetzt die Stube voll aus.



Induktive Methode

Es gibt eine zusätzliche Methode der Textarbeit: Ich führe den Text fort, oder experimentiere mit der Form. Das führt oft zu besonderer Zusammenarbeit, manche sehen es aber nicht so gern. Hier muss ein gemeinsamer Wille da sein.

Dann folgen mehrere Gedichte einander. Hier entsteht zugleich eine Art Wettbewerb und Zusammenwirken.


Andere Möglichkeiten: Ich zitiere den Text und mache auf Fehler aufmerksam, oder auf Probleme des Inhalts.
Kritik der Form wird dabei von vielen leicht angenommen, Kritik des Inhalts wird viel öfter abgelehnt, denn viele sind mit dem Inhalt stärker verwurzelt. Oft wird eigenes Erleben oder eigener Kummer beschrieben. Und da kommt jemand und kritisiert? Die Kritik sollte hier immer zum Text, nie zur Person erfolgen. Textarbeit an der (eigenen) Kritik ist außerordentlich notwendig.

Zusammenfassung

Textarbeit hat zwei wesentliche Seiten:
1. Die eigene Arbeit am eigenen Text.
2. Die Arbeit am und mit dem fremden Text und den Dialog.