Sonata 18 (in Dutsch)


18

Fühlst du nicht üppig in dir Mai und Kraft?
Trägst du in dir das Kind, das schläft und wacht?
Ist das nur Trugbild, Loch, das in dir klafft?
Nur Illusion, Phantom, das lauthals lacht?
Das All glüht stark, nur nimmst du das nicht wahr,
wo Gold nicht schmilzt, wo sich Natur nicht fügt,
klingt Schlag für Schlag und trägt dich durch das Jahr,
was schön ist, wirkt, und auch, was lügt und trügt.
Tod trägt Ruin als Purpurpracht dir an,
so schön und blass – und wächst alsbald zur Macht,
holt dich als Frau und wahrlich auch als Mann,
so wirst du Glut, und glimmst noch bis zur Nacht.
Man sagt, was Gott und Satan tun, ist toll,
das Uhrglas war mit Sand noch vorhin voll.

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