Der Dichter Dieter (im Sabinchenton)


Der Dieter war ein großer Dichter,
Sehr fleißig und sehr schnell,
Es gäb’ nicht viele große Lichter,
Doch er, er wäre hell.
Da kam vom fernen Bergern
Ein junger Mann daher,
Der wollte so gerne den Dieter verärgern
Und war ein Kritiker.

Er konnte selbst nicht dichten –
Mit Schnaps nicht, noch mit Bier –
Da wollte er den Dieter vernichten,
Der dichtet wie ein Tier.

Da riss er eine Zeile
Aus dem Zusammenhang
Und riss dran eine ganze Weile,
Bis dass er sie verschlang.

Und schon nach fünf Minuten
War eine Antwort da,
Man jagte Dieter mit Schimpf und Schande,
Eh dass er sich’s versah.

Der hackt: „Verfluchter Dämlack!
Du gehst mir auf den Geist!
Du haust ja so fleißig in die Tasten,
Und weißt, wie man verreißt.“

Er tat die Tasten schmeißen
Bis an die Wand hinan,
„Die sollen andere jetzt verreißen,
Weil ich ja nicht mehr kann!“

Da kam vom fernen Osten
Ein Forenredakteur
Und ließ sie alle beide verkosten
Die Forenzensurscher’.

Die Buchstaben, die spritzten,
Die Punkte strahlten rot,
Der Dichter Dieter mit aufgeschlitzten
Gedichten, der war ja tot.

Und die Moral von der Geschichte:
Hier wird jetzt nicht gebrüllt!
Mit all dem bösen Wutgeschnipsel
Wird der Papierkorb gefüllt.

Der Dichter Dieter ist gebrochen,
Der Kritiker ja auch,
Der Redakteur geht Kaffee kochen,
Ihm schmerzen Kopf und Bauch.

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